Bava Batra 101

Kapitel 101

א ודייני גולה אמרו מחזיקין אמר רב הלכה כדייני גולה אמרו ליה רב כהנא ורב אסי לרב הדר ביה מר משמעתיה אמר להו מסתברא אמרי כדרב יוסף:
1 die Richter des Exils aber sagten, man könne sie wohl ersitzen. Rabh sagte: Die Halakha ist wie die Richter des Exils. R. Kahana und R. Asi sprachen zu Rabh: Ist der Meister von seiner Lehre zurückgetreten? Dieser erwiderte: Nein, ich sagte, [ihre Auslegung] sei einleuchtend, nach der Erklärung R. Josephs.
ב ולא לאשה בנכסי בעלה וכו': פשיטא כיון דאית לה מזוני מזוני הוא דקא אכלה לא צריכא דיחד לה ארעא אחריתי למזונה
2 N<small>OCH DIE</small> F<small>RAU AN DEN</small> G<small>ÜTERN IHRES</small> M<small>ANNES</small> &amp;<small>C</small>. Selbstverständlich; da sie Unterhalt zu erhalten hat, so genießt sie ja ihren Unterhalt!? – In dem Falle, wenn er ihr ein anderes Grundstück zu ihrem Unterhalte überwiesen hat. –
ג הא ראיה יש לימא לגלויי זוזי הוא דבעי
3 Ist aber ein Beweis vorhanden, so hat sie es wohl; aber er kann ja sagen, er wollte nur sein Geld haben!?
ד שמעת מינה המוכר שדה לאשתו קנתה ולא אמרינן לגלויי זוזי הוא דבעי לא אימא הא ראיה יש בשטר מתנה
4 Oder hieraus wäre zu entnehmen, wenn jemand seiner Frau ein Feld verkauft, eigne sie es, und wir sagen nicht, er wollte nur sein Geld haben. – Nein, wenn sie einen Beweis hat, hat sie es wohl, wenn sie nämlich eine Schenkungsurkunde hat.
ה אמר ליה רב נחמן לרב הונא לא הוה מר גבן באורתא בתחומא דאמרינן מילי מעלייתא אמר ליה מאי מילי מעלייתא אמריתו המוכר שדה לאשתו קנתה ולא אמרינן לגלויי זוזי הוא דבעי
5 R. Naḥman sprach zu R. Hona: Weshalb war der Meister abends nicht bei uns im Lehrhause, wir erörterten da schöne Dinge. Dieser fragte: Was sind es für schöne Dinge, die ihr erörtert habt? – Wenn jemand seiner Frau ein Feld verkauft hat, so hat sie es geeignet, und wir sagen nicht, er wollte nur sein Geld haben.
ו אמר ליה פשיטא דל זוזי מהכא ותיקני בשטרא מי לא תנן נכסים שיש להן אחריות נקנין בכסף ובשטר ובחזקה
6 Dieser entgegnete: Selbstverständlich, wenn du das Geld ausscheidest, hat sie es ja durch den [Kauf]schein erworben, denn wir haben gelernt: Güter, die Sicherheit gewähren, werden durch Urkunde, Geld und Besitznahme geeignet!?
ז אמר ליה ולאו איתמר עלה אמר שמואל לא שנו אלא בשטר מתנה אבל בשטר מכר לא קנה עד שיתן לו דמיה ולאו מותיב רב המנונא בשטר כיצד כתב לו על הנייר או על החרס אע"פ שאין בו שוה פרוטה שדי מכורה לך שדי קנויה לך הרי זו מכורה ונתונה
7 Jener erwiderte: Hierzu wurde ja gelehrt: Šemuél sagte: Dies lehrten sie nur von einer Schenkungsurkunde, bei einer Verkaufsurkunde erfolgt eine Aneignung erst dann, wenn er das Geld gezahlt hat. – Aber R. Hamnuna wandte ja dagegen ein: Durch Urkunde wie folgt: wenn er ihm auf Papier oder auf einen Fetzen, auch wenn sie keine Peruṭa wert sind, geschrieben hat: mein Feld sei dir verkauft, mein Feld sei dir geschenkt, so ist es verkauft, beziehungsweise verschenkt. –
ח ולאו הוא מותיב לה והוא מפרק לה במוכר שדהו מפני רעתה
8 Er erhob diesen Einwand, und er selbst erklärte es auch: wenn er das Feld wegen seiner Minderwertigkeit verkauft.
ט (רב ביבי מסיים בה משמיה דרב נחמן) ורב אשי אמר במתנה בקש ליתנה לו ולמה כתב לו בלשון מכר כדי ליפות כחו
9 R. Bebaj ergänzte noch im Namen R. Naḥmans: Und R. Aši erklärte: Er wollte es ihm als Geschenk geben, nur schrieb er ihm [die Urkunde] deshalb in Form eines Verkaufes, um seine Rechtskraft zu steigern.
י מיתיבי לוה מן העבד ושחררו מן האשה וגרשה אין להן עליו כלום מאי טעמא לאו משום דאמרינן לגלויי זוזי הוא דבעי
10 Man wandte ein: Wenn jemand [Geld] von seinem Sklaven geborgt und ihn darauf freigelassen hat, von seiner Frau und sich von ihr geschieden hat, so haben sie von ihm nichts mehr zu beanspruchen. Doch wohl aus dem Grunde, weil wir sagen, er wollte nur sein Geld haben!? –
יא שאני התם דלא ניחא ליה לשווייה נפשיה (משלי כב, ז) עבד לוה לאיש מלוה
11 Anders ist es hierbei, es will niemand, daß es von ihm heiße:<i>der Schuldner ist ein Sklave des Gläubigers</i>.
יב שלח רב הונא בר אבין המוכר שדה לאשתו קנתה
12 R. Hona b. Abin ließ folgendes sagen: Wenn jemand ein Feld an seine Frau verkauft hat, so hat sie es geeignet,